Gedichte

Gedicht

Ein Moment für Dich

Finster ist es um Dich herum.

Sei nicht dumm.

Zünde Dir ein Lichtlein an,

dessen Flamme Dir hell leuchten kann.


Lese Du im Buche allein nur das,

was Du auch gut verstehst.

Lese Du allein nur mit Spaß,

so wie Du zu Dir stehst.


Da kommen Dir Gedanken ein.

Manche sind so frisch.

Nimm es wahr, das wäre fein.

Setze Dich an diesen Gabentisch.


Erkenne all der Dinge Wesen,

ohne Dich zu jucken.

Sie sind schon immer so gewesen,

was sollen sie Dich da bedrücken?


Doch find Du zurück zu Dir,

das gilt es zu bejahen,

wann immer hinter Deines Geistes Tür

sich Dir eigene Gedanken offenbaren.


All die guten Dinge besinge und begreife,

sodass sie Dir gerecht bleiben.

Ja, an dieser Idee reife,

Du bräuchtest Dir nicht alles einzuverleiben.


Nein, manches sollst Du auch lassen.

Da kann es gerne geschehen.

Möchtest Du Dich damit befassen?

Momente kommen, Situationen vergehen.


Mathias Schneider

Offenburg, den 11.10.2020

Gedicht

Eintagsfliegen

Nicht klein und auch nicht groß möchte ich sein.

In der Gleichwertigkeit liegt mein Lebensglück verborgen.

So bestimme ich es für mich allein,

ich habe damit wenig Sorgen.


Nicht hoch möchte ich gestiegen,

noch möchte ich tief gefallen sein.

Mein Leben ist mir auch so zu eigen,

will nicht geworfen werden wie ein Stein.


Da habe ich zu mir gefunden,

meine Wege bin ich gerne gegangen.

Manches hat mich arg geschunden,

doch ich habe stets erneut damit angefangen,


all das Meinige zu behaupten.

Es sind die Menschen, die es für sich aussuchen können.

So lautet zumindest mein Glauben.

Die einen flennen, die anderen rennen


durch ihr ungewisses Leben

und ihr ach so forderndes Streben

hat ihnen manches Unglück eingebracht.

Da leben sie bei Sonnenschein und sterben in der Nacht.


Mathias Schneider

Offenburg, den 12.04.2021

Gedicht

Mentale Zerwürfnisse

Dem Menschen ist ein Geist zu eigen.

Wofür er ihn braucht? - Das soll sich zeigen.

Ein solcher trägt es durch alle Winde.

Derweil besteht in unserer äußeren Rinde,


der eigenen Haut etwas, was uns aufbaut.

Da sagen wir es laut

und sind auch sehr getrieben,

mancher hat sich abgerieben.


Der eine hat seine Zügel in die Hand genommen

und ist dadurch emporgekommen.

Der andere hat sich reiten lassen,

er hat sich nicht zu fassen bekommen.


So sind die Gedanken von uns freigesetzt worden.

Man ist dabei wie abgestorben.

Dann hat man nichts, aber davon sehr viel.

Andere sprechen laut, aus ihren Mündern kommt ein Gebrüll.


Damit ist ihnen das Letzte noch entglitten.

Bei ihnen zu sein, in ihrer Mitte,

hat mir gar nicht gutgetan.

Das schaue ich mir jetzt einmal an.


Der Worte möchte es viele geben,

welche Menschen einander auferlegen.

Verloren geht dabei das, was man eine Ordnung nennt.

Es ist verdorben, was man daran gut erkennt.


Was keinen Wert zu eigen hat,

hat man für lange Zeit durchstehen müssen.

Doch einmal wendet sich das Blatt.

Ein Lebensglück liegt uns bald zu Füßen.


Wie benommen liege ich da

und bin erschlagen von der Rede.

Das ist doch alles so wahr,

derweil vergeht mein Leben.


Mathias Schneider

Offenburg, den 13.04.2021