Im Lichte des eigenen Geistes

Dokumentation

Eine Kerze am Schreibtisch

Zur Ausstattung meines Arbeitsbereiches gehört neben dem Computer stets auch eine Kerze dazu. An ihrem Lichtkegel erfreue ich mich gerne. Das Wachs tropft mitunter vom Rand und bildet eine Lache auf dem Schreibtisch. So ist mir das heute geschehen. Der Anblick des fließenden Wachses hat mich zufrieden gemacht. Ich verbinde damit eine Vorstellung von Glück.

Jetzt steht sie da und ihr Licht ist erloschen. Ich habe es zuvor ausgepustet. Mag ich auch die Formen des zerflossenen Wachses gerne sehen, so brauche ich die Kerze doch noch für weitere Tage. Da wird es gut sein, wenn sie nicht noch stärker schmelzen würde.

Impuls

Die Gleichwertigkeit des Gegebenen

Dann, wenn man nach der höchsten Kraft am Menschen gesucht hat, wird es bald klar sein, dass sie dort am ehesten auftritt, wo der Mensch mit seinen Leistungen zu bestehen vermag. Da ist er in seiner Aufgabe geübt und kann sie erfüllen. Sein Lebensweg hat es mit sich gebracht, dass das wahr ist. Darauf hat er mehr oder minder genau zugearbeitet. Seine Erinnerungen an vorherige Zeiten schließen eine Geschichte davon auf, wer der Mensch in Wahrheit ist. So können wir es getrost sagen, dass alle Menschen eine Geschichte ihres Lebens zu eigen haben. Darum dürfen wir auch von gleichwertigen Sachverhalten sprechen, wenn es um das Leben eines Menschen geht. Es kann allein nur so gegeben sein, dass eine Parität unter den Menschen fortbesteht. An sie möchten wir gerne glauben können, weil sie eine großartige Kraft darstellt, um die Dinge eines Menschen zu bestimmen. Sie zeigt das Wertgefüge davon richtig auf, was einen Menschen ausgemacht hat. Da können wir daran glauben, dass eine Existenz des Menschen auch solche Züge an sich trägt, wie sie damit verbunden sind, dass er ein Dasein als Mensch gefristet hat.

Manche Weisheit ist dem Menschen zurecht eingegeben. Doch jeder rückt sich in ein gewisses Licht, wenn er von seinem Leben spricht. Da wird es auch so sein, dass etwas davon wahrgenommen werden kann, was es ihm bedeutet hat.

Eine Ausstattung des Menschen ist von hohem Rang für das Schicksal eines Lebens. Der eine hat gute Eltern gehabt, der andere hat ein zu hohes Lehrgeld bezahlen müssen. Da sind das Glück und die Miseren unterschiedlich unter den Menschen verteilt aufgetreten. An vergangenen Leistungen kann sich keiner erbauen, der den Preis dafür nicht in Erfahrung gebracht hat. Das eigentlich vergangene Los wiegt selten wenig. Mancher Mensch ist darum betrübt und voller Sorgen.

Dokumentation

Etwas auf sich halten

Das gegebene Glück eines Menschendaseins möchte von uns verspürt werden. Da tun wir gut daran, uns mit unseren Mitmenschen zu befassen. Lassen wir es zu, was wir von uns aus darüber vernommen haben, wie ein Mensch zu sein hat. Gewahren wir die vorgegebene Ordnung. Sie soll uns bekannt sein.

Etwas möchten wir erkennen. Alles wirkt sich genau so auf uns aus, wie wir es gestaltet haben. Das betrifft auch die Dimension der Dinge. So, wie wir den Dingen das Gegebene eingeschrieben haben, ziehen wir auch einen Nutzwert daraus, dass es sie gibt. Da tun wir wiederum gut daran, den Menschen als das Ganze wahrzunehmen. So erfährt unser Werk auch eine dazu passende Dimensionierung.

Was aber soll der Mensch sein? - Zuerst wird er einer Situation zugehören, wie sie in seinem Elternhaus vorherrscht. Dann aber wächst er heran und lernt das Glück des Daseins kennen. Auf seinem Weg muss er sich zuweilen für eine einzige Richtung entscheiden. Dadurch wird sein Dasein einzig sein. Das möchte von ihm kompensiert werden. Hat er es erst einmal erkannt, dass alle Menschen im Glücke die gleichen sind, wird er auch manchen Zugang dazu finden, was ein gutes Leben ausmachen kann. Setzt sich der Mensch dafür ein, was einen Menschen ausmacht, wird sein Weg ein möglicher sein.

Dokumentation

Eigenschaften eines literarischen Arbeitens

Gerne lese ich die Texte, welche ich vormals verfasst habe, mir erneut durch und versuche es dabei, das durch sie Gegebene richtig aufzufassen. Zuweilen ist mir so manches wahre Wort zu meinem Dasein auf die Weise wieder in Erinnerung gekommen. Da hat es mir insgesamt gutgetan, das Netzwerk eigener Schriften zu erstellen und auszuwerten. Sogar meine allgemeine Leistungsfähigkeit hat davon deutlich profitiert. So kann ich es heutzutage sagen, dass die Vereinheitlichung meiner Gedanken- und Ideenwelt etwas zu meinem Lebensglück beigetragen hat. Das würde ich nicht mehr missen wollen, was sich dadurch bei mir ergeben hat. Aus diesem Grund setze ich meine Betätigung daran bereitwillig fort. Ich sehe es so, dass mir dadurch etwas Gutes in besonderem Umfang möglich ist. Das leiste ich ab und finde somit bald schon zu einer Erneuerung meines Lebenskräfte.

Aber welche Eigenschaften hat diese Sache von mir wirklich zu eigen? - Da frage ich mich es, wie ich sie am Besten vermitteln kann. Ich wähle dazu eine Analogie.

Das Schreiben der Texte hat etwas vom Arbeiten des Bauern auf dem eigenen Feld. Da sind die Früchte der Arbeit lange nicht zu sehen gewesen. Erst dann, wenn es die Natur so möchte, gedeihen sie. Zu ihr hat der Bauer einen eigenen Bezug. Er vertraut auf diesen und richtet sich bei seiner Arbeit danach, was er von ihr verstanden hat. Da wird es zuweilen wahr, dass sie ihm eine reiche Ernte schenkt. Doch damit fängt die Verarbeitung der Feldfrüchte erst an. Auch sie gehört zu seinem Handwerk dazu.

Da wird eingemacht, was einzumachen ist. Manches wird einfach nur auf sachgemäße Weise gelagert, anderes wird verbessert und haltbar gemacht, damit es ihm in einer ausreichenden Güte erhalten bleibt. Seinen Ertrag kann der Bauer dann auf dem Markt feilbieten. Zur gleichen Zeit haben auch alle anderen Bauern das getan. Da kommt es auf die Qualität und Art der Früchte an, ob es sich für die Kundschaft lohnt, sich bei ihm mit diesen einzudecken.

Erst dann, wenn der Landwirt etwas zur Versorgung seiner Mitmenschen beigetragen hat, kann er etwas durch seine Arbeit verdienen. Darum wird er es tunlichst unterlassen, seine eigenen Früchte zu verschmähen. Er wird sie viel eher hegen und pflegen. Dabei gerät das Ganze in sein Blickfeld und er erkennt die Grundlage davon, warum seiner Hände Werk ein Gutes ist. So soll es auch wahr sein.

Ein gutes Werk hat auch der Literat im Sinne, wenn er sich betätigt und etwas aufschreibt, das Gehör verlangt. Das Feld seiner Gedanken- und Ideenwelt möchte ebenso bewirtschaftet werden wie das eines Bauern. Da gehört es zum Prinzip der Sache, dass sie etwas beackert, das der menschlichen Natur gerecht ist.

Eine Initiation ins Menschliche erfahren beide Typen der Werktätigkeit. Der eine versorgt den Mund, der andere die Sinne des Menschen. Da machen die Schreiber reichlich Gebrauch davon, die Menschen anzusprechen und etwas zu vermitteln, das gerne angenommen wird. Doch ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Kunstsache von mir sowie den dazu zugehörigen Hintergrund meines Daseins zu beleuchten, wenn ich die Worte einsetze und eigene Texte generiere. Da hat das alles einen eigentlichen Bezug zu meinem Leben erfahren und würde somit von diesem nicht getrennt zu verstehen sein. Eine Distanz der anderen Menschen zu meinen Dingen ergibt sich folgerichtig durch deren Distanzierung zum Menschendasein selbst. Wer es sich nicht ausgemalt hat, was das Leben bedeutet, der kann auch an solchen Beschreibungen dazu wahrscheinlich wenig Bereicherndes für sich auffinden, was er zu entnehmen vermag. Da füllt sich kein Vakuum und es besteht kein Drang danach, so etwas zu lesen. Das Leben möchte unmittelbar erfahren sein. So erkennen wir unentwegt etwas vom Wesen des Gegebenen und führen ein dementsprechendes Dasein.

Die Begebenheiten der Welt spiegeln sich an unserem Dasein und machen uns mehr oder minder zufrieden. Da erscheint uns das Gegebene, wie es ist. Jenen Moment einer Schau stelle ich mit meinen Werken in den Mittelpunkt der sprachlichen Betrachtung und gewinne so manche Einsicht in die Daseinsgründe eines Menschen. Freilich versteige ich mich dabei auch, wenn es zu speziell geworden ist, von was ich geschrieben habe. Darum lote ich das Gegebene aus und befinde es für gut, was dadurch wahr wird. Da erscheinen manche Aussagen von mir auf eine triviale Weise und möchten zu ihrem Bestand bei mir finden. Ich glaube an eine Erforderlichkeit solcher Gegebenheiten, weil sie den Rahmen alles Speziellen ausmachen und bestimmen. Da habe ich bereitwillig vom allzu Besonderen abgelassen und mein Glück damit versucht, das Gewöhnliche zu benennen. Wer hat es nicht in seinem Leben vernommen?

Im Morgengrauen beim Licht einer Kerze sitze ich so da und erkunde das Gegebene. Ich liebe es, einen Kamillentee zu trinken, während mein Tagwerk von mir vorbereitet wird. Da atme ich die frische Luft der Umgebung ein und erhole mich von den Beschwerden der Nacht. Im wachen Zustand kann ich besser auf mich achtgeben, als mir das während der Schlafenszeit gelingt. Bin ich zuweilen auch wie gerädert von der Intensivität meiner Träume am Morgen, so finde ich mich doch bald ein und regeneriere schnell.

Das Brot eines Literaten ist zuweilen nahrhaft. Manchmal bedarf er aber auch eines Kruges Wasser, um den inneren Ozean eines Menschen mit dessen Labsal zu segnen. Da sind das Wasser und das Brot gut dazu geeignet, eines Menschen geistliche Frische herzustellen. Karg ist die Kost eines guten Werkers. Wer für sich die tollsten Dinge zu erwerben weiß, der führt auch ein dementsprechendes Leben. Da erfährt mancher ein opulentes Vergnügen und genießt es, was das Zeug hält. Aber zuweilen schert er auch aus dem Gleiß aus und verliert so seine Macht über sich.

Da sehe ich unter den Menschen viele, die sich zwischen Genusssucht und Arbeit hin- und herquälen sowie es als maßgeblich ansehen, sich vom eigenen Dasein abzulenken. Doch was macht es aus, dass ein Lebensglück wahr wird? - Ich sehe keinen Grund für eine Verbesserung des Schicksals eines Menschen, welcher sein Leben auf solche Weise führt. Eine Entsagung davon wird darum ein guter Zug des Menschen sein. Sie würde jedoch nicht zu mehr nützen können, als zu einer Unterbindung eines durch die gleiche Sache bei anderen Leuten hervorgerufenen Schadens. Da sind wir gut beraten, wenn wir unser Glück gerade nicht in der Entsagung vom Leid gesucht haben. Eine ausgebliebene Erfüllung, auch wenn sie von schlechter Art gewesen ist, hat noch keinem Menschen eine besondere Freude geboten.

Darum wird es zurecht so gegeben sein, dass wir uns im Leben auf das Menschendasein auszurichten haben. Wir erfüllen uns manchen Wunsch der Seele, wenn wir ihr entsprechen. Das soll uns nach innen hin gesunden lassen. Einem stabilen Boden gleich wird da der Verstand des Menschen dazu gereichen, die Schätze eines Lebens als Erinnerungen zu bewahren und sie in einem guten Zustand zu erhalten. Darum hat der Bauer Freude an seinem Besitz, weil er so im kommenden Jahr erneut das Getreide ausstreuen kann. Manches Bier hat er so wiederum in der Folge brauen können, mancher Durst ist deswegen schon gelindert worden.