Lohn & Brot

Gedanke

Dann, wenn ich die Wahlmöglichkeit habe, einen ganzen Moment lang zu schweigen, schweige ich gerne.

Dann, wenn ich die Wahlmöglichkeit habe, auf eine Kontrolle von mir zu verzichten, freut mich das. Dann lasse ich das auch gerne sein. Es ist mir so willkommen.

Diskurs

Ein Ausgangspunkt für das eigene Schicksal

Ausgehend von einem Zustand der Zerrüttung hat der Mensch seinen Tiefpunkt festgemacht. Da sichert er einen solchen ab, um nicht noch mehr von sich aufzugeben. Er versucht es, die Wende zu schaffen und, zeitlich gesehen, etwas Förderliches zu tun.

Das Förderliche wird er auf zwei Weisen betreiben können.

  • für sich da sein
  • für andere da sein

Da hat er bald wieder etwas mehr an Glück, wenn er so etwas macht. Ein Rückfluss seines Einsatzes soll so zustande kommen. Auf einen solchen dürfte man jedoch nicht spekulieren. Der eigene Einsatz soll allein nur so weit reichen, dass die eigene Existenz auch weiterhin abgesichert bleibt.

Die eigene Existenz erkennt man innerhalb der Lebenszeit als Mensch mal mehr und mal weniger klar, aber immerzu wird ein eigentlicher Lebenskampf mit ihr verbunden sein. Man bedarf darum gewisser Lebenstechniken, die auch zu einer gewissen Sicherheit führen. Ohne eine Gewissheit dabei zu haben, kann es keinen dauerhaften Progress bei uns geben. Da werden alles allein nur Kartenhäuser sein. Es mag zwar lustig sein, wenn sie einstürzen, aber eine solche Vorstellung vom Glück eines Menschen wäre nicht dauerhaft haltbar.

Wer sein Dasein ernsthaft angeht, der wird eine Menge Spaß daran haben, es zu führen. Er wird es erkennen können, dass sein Einsatz sich lohnt. Da schlussfolgert er es wahrscheinlich bald schon, dass er einer Aufgabe bedarf, um sich etwas zielgerichteter dafür einsetzen zu können, was er vermag. Erreicht er dabei seine schwarze Null, den grünen Zweig eben wird diese Entwicklung auch zu etwas führen, was ihm seine eigentlichen Bedürfnisse stillen kann. Da beginnt er es, für seine Sache förderlich zu wirtschaften und teilt sich die Zeit, die Kräfte, aber auch die Pausen davon sowie die Erholungsphasen ein.

Eine Zerrüttung erfährt der Mensch, dessen Leben ohne glückliche Wendungen im Dasein verläuft, früher oder später mit hoher Wahrscheinlichkeit. Das Dasein ist von seinem Grundaufbau her das eines Niederganges. Je stärker eine Steigung wird, umso schwerer haben wir es mit dem Weg. Da wird es uns irgendwann einmal unmöglich sein noch voranzukommen.

In der Regel bauen die Menschen sich ihre Wege dort, wo diese sich auch leicht bahnen lassen. Kaum jemand macht das anders. Aber diejenigen, die Tunnels graben oder Berge übersteigen, haben dafür auch ihre Techniken. Davon sollten wir jedoch nicht grundlos ausgehen, dass wir es ihnen gleichtun können. Dazu fehlen uns derzeit die erforderlichen Kenntnisse, aber auch die anzuwendenden Mittel würden wir nicht eignen.

Darum suche man sein Glück dort, wo es auch zu finden sein wird. Man gehe normale Wege, befasse sich mit gewöhnlichen Dingen und suche nach trivialen Inhalten von Wert. Das werden solche Sachen sein, auf denen einmal ein wirkliches Vermögen aufzubauen sein wird.

Dort, wo man nicht klargekommen ist, bräuchte man auch nicht zu sein. Das wird zumal dann so gelten, wenn es wirklich schon solche Orte gibt, wo man bereits zu bestehen vermag. Da bekenne man sich dazu und gehe keine unnötigen Risiken ein. Auf die eigenen Kräfte wird, moralisch gesehen, auch allein nur dann Verlass sein, wenn sie keiner Bedrohung ausgesetzt sind. Dann wird der tatsächliche Weg zur besseren Wahl, alle Gelegenheiten zu einem Bestand des Gegebenen tun sich da von sich aus auf.

Gedanke

Arbeitsbereiche und Aufgaben

Wer es sich schon einmal gefragt hat, worauf wir im Dasein zuarbeiten, der wird wahrscheinlich bald schon erkannt haben, dass es grundsätzlich zwei Beweggründe zu einem Arbeiten in Lohn und Brot gibt, die auch zu einem Verdienst des Menschen führen.

  • indirekte Bedürfnisse
  • direkte Bedürfnisse

Direkte Bedürfnisse haben mit der Existenz des Menschen zu tun. Sie umfassen Brot und Wasser, Kleidung, Kultur, Teilhabe, Bildung, Unterhaltung, Sicherheit, Gesundheit, Wohnen, Gemeinschaft, Kommunikation, Information, Ordnung, Mobilität etc. sowie das Finden einer selbstbestimmten Erfüllung für ihn. Solche Bedürfnisse sind erfüllbar, weil sie bald zu stillen sind.

Indirekte Bedürfnisse haben mit der Art davon zu tun, wie sich die direkten Bedürfnisse ergeben. Sie würden nicht erfüllbar sein, weil sie nicht endlich zu stillen gewesen sind. Sie dienen lediglich einer Kompensation der existenziellen Schwächungen eines Menschen, würden eine solche aber nicht aufheben.

Beispiele dafür gibt es manche.

  • Nicht gegebene Mobilität --> Versorgungsleistungen durch andere Menschen werden erforderlich.
  • Verlust von Ordnung --> Haltlosigkeit des Menschen kann eintreten.
  • Mangelhafte Information --> Unwissen und Fehlleitung des Menschen wird wahr.
  • Unmögliche Kommunikation --> Abbruch von Beziehungen findet statt.
  • Ausbleibende Bildung von Gemeinschaften --> Rückschritte bei der Persönlichkeitsentwicklung kommen vor.
  • Ungeeigneter Wohnraum --> Eine übertriebene Steigerung von Ansprüchen und Bedarfen tritt ein.
  • Verdorbene Gesundheit --> Notwendige Hilfsleistungen bleiben aus oder werden eingeschränkt.
  • Fehlende Sicherheit --> Aufstellen von Sicherheitsdiensten und Bau von Zäunen findet statt.
  • Ungeeignete Unterhaltung --> Verlust des Sinns für das Eigentliche tritt in Kraft.
  • Mangelhafte Bildung --> Ins Schwimmen kommen bei Alltagssituationen gefährdet uns allesamt.
  • Fehlende Teilhabe --> Ausbleibende Partizipation, eine geringe Verantwortlichkeit des Menschen führt zu einem Verlust der Kenntnis realer Gegebenheiten.
  • Ablehnung der Kultur --> Die Isolation des Menschen bricht ihn.
  • Schäbige Kleidung --> Sich durch Kleidung hervor- oder abzutun führt zur Abscheidung gegenüber anderen Menschen.
  • Unbrauchbare Nahrungsquellen --> Luxuriöse Art der Selbstversorgung als Normalzustand führt zur Unmöglichkeit einer guten Versorgung für alle.

Dokumentation

Eine Wertigkeit des Trivialen

Ausgehend von der Annahme, dass ich etwas schaffen kann, was es gibt, habe ich manche Schlussfolgerung durchgeführt und es festgestellt, was das ausmacht. So dringe ich bald zum Wesen meiner Sache vor. Sie wird in ihrer Eigenschaft und Wertigkeit von mir festzulegen sein. Das wäre ein trivialer Vorgang. So etwas wird eigentlich jeder leisten können. Aber es hat auch einige Relevanz, ob ein Mensch sich mit dem Gehalt seines Daseins auseinandersetzt oder ob er dazu nicht bereit sein würde.

Eine Kenntnisnahme des Gegebenen, insbesondere wenn es von einer trivialen Natur wäre, soll ihre Folgen für die weitere Entwicklung des Lebenswegs eines Menschen haben. Da erkennt er vielfach Dinge, die von anderen übersehen werden. Das zu verkraften stellt auch eine Arbeit dar.

Gedanke

Ein Ausweg

Am Limit zu sein, das bedeutet, dass man in der Klemme ist. So geschieht es mir immer dann, wenn ich meine aktuellen Aufgaben zu lange aufschiebe.

Da wird es unerheblich sein, wie viele Dinge das sind, die ich vor mir herschiebe. Auch ihre Gewichtung für mein Dasein hat keine besondere Relevanz. Wenn es klemmt, dann klemmt es richtig. Dann ist man nicht mehr vorangekommen.

Das einzige mir bekannte Mittel dagegen wäre das Innehalten. Da gehe ich zuweilen einen Schritt zurück und löse die Beklemmung bei mir auf. Was dann kommt, das soll anders sein als der vorherige Zustand. Ja, es soll etwas ermöglichen können.

Dokumentation

Ein betrügerisches System

Mit einigem an gutem Willen und einem gehörigen Maß an Aufnahmefähigkeit habe ich den Lehrern an der Schule zu früheren Zeiten als Kind zugehört. Da habe ich an diese Welt geglaubt, ohne den wahren Grund dafür bereits zu kennen. In den Lehrern habe ich manches Ideal als menschliche Verkörperung erkannt und genau darum diesen bereitwillig zugehört.

Um mit dem Unterrichtsmaterial klarzukommen, habe ich es mir angeschaut. Ich habe das Gegebene regelrecht gesichtet und ein Ganzes daraus zu formen versucht, was auch wirklich unter einen Hut passt. Mit zunehmender Reife als Jugendlicher ist mir das nicht mehr gut gelungen. Da habe ich nach Gründen dafür gesucht.

Mit der Zeit ist es mir aufgefallen, was da nicht alles gelogen worden ist. Manipulation als Kernthema des Unterrichts und Quintessenz der schulischen Ausbildung hat mich zu einem Ausreißer werden lassen. Ich habe der Doktrin der Lüge eine solch hohe Bedeutung beigemessen, dass ich mich gegen sie aufgelehnt habe.

Da bin ich in Konfrontation dazu getreten. Alle guten Geister haben mich bald verlassen und ich bin dann allein dagestanden. Das ist eigentlich bis heute so geblieben. Eine Aufarbeitung dieser Zeit ist noch nicht durch mich erfolgt. Aber ich bereite sie schon vor.

Impuls

Einen Speicherpunkt erzeugen

Der Sachverstand eines Menschen ist gegeben. Da kann er in sich gehen und es verstehen, was sein Dasein bedingt. Auf der Basis einer solchen Betrachtung möchte er das Gegebene dann gewisslich absichern. Was kann er dafür tun?

Merken möchte man sich so einiges. Dazu betrachtet man das Gegebene und bringt es in Verbindung zu den bereits bekannten Dingen. Doch wie sichert man seine Ideen ab, auf dass sie wiederum im Bedenken berücksichtigt werden können?

Dazu wäre es erforderlich, das Gute aufzunotieren. Man soll das in einer eigenen Weise tun, wie sie uns entspricht. Jene nebenbei aufkommenden Gedanken und Ideen erkenne man zusätzlich zum Lernstoff an und berücksichtige sie. Dazu schaffe man sich ein Werk, wo das aufbewahrt und angebracht werden kann. Dann gehe man zurück zum Lernstoff und verschaffe sich nochmals eine klare Vorstellung davon.

Dank der Kenntnis der mechanistischen Funktion actio equals reactio wissen wir, dass das Werk vor uns und zugleich bei uns erscheint. Da kommen wir in eine verbesserte Lage, wenn wir die Zeichnungen und Schriften endlich weglegen. Aus dem eigenen Gedächtnis heraus repetieren wir das Bekannte und schenken diese Vision den Göttern. Da vergeht sie bald, kann aber eventuell später erneut bei uns aufkommen.

Jetzt beginnt die eigentliche Lektion. Was wir aus dem Bauch heraus vom Bekannten noch zu sagen wissen, das ist wirklich bei uns vorhanden. Auf es können wir auch später noch zurückgreifen. Wir bringen es zuweilen an. Da lernen wir etwas davon. Solange das Gegebene nicht bei uns verinnerlicht erscheinen würde, könnten wir auch nichts damit anfangen.

Da treten zuweilen einzelne Worte, ganze Wortgruppen, eigentliche Mengen also im Gedächtnis bei uns auf und möchten verifiziert werden. Da machen wir uns deren Verwendungsart klar. Dank eines solchen Vorgangs lernen wir es, das Gelernte weiter zu vernetzen. Das verstärkt den Lernprozess. Ein innerliches Bild entsteht spätestens jetzt bei uns.